Fjord- und Berglandschaft an der Küste Ostgrönlands
Ostgrönland

Ostgrönland

Ostgrönland umfasst die grönländische Ostküste mit der Stadt Tasiilaq, der Siedlung Kulusuk sowie einer Landschaft aus Fjorden und Bergen. Wir empfehlen die Region für einen längeren Aufenthalt mit Wandern, Bootstouren, Hundeschlittenfahrten oder Polarlichtern, je nach Jahreszeit.

Ostgrönland ist eine Region, kein einzelner Ort

Ostgrönland bezeichnet die grönländische Ostküste. Zur Region gehören unter anderem die Stadt Tasiilaq und die Siedlung Kulusuk. Bei der Reiseplanung behandeln wir Ostgrönland deshalb nicht als ein einziges Reiseziel, sondern gehen immer vom konkreten Aufenthaltsort, der Jahreszeit und den vorgesehenen Aktivitäten aus.

Eine Reise nach Kulusuk ist nicht automatisch dasselbe wie ein Aufenthalt in Tasiilaq oder an einem anderen Teil der Ostküste. Unterkunft, Transport und Ausflüge müssen für jeden Ort zusammenpassen. Sinnvoll ist es, zunächst einen festen Ausgangspunkt auszuwählen und das weitere Programm darum aufzubauen. Mehrere Orte sollten erst eingeplant werden, wenn die Verbindungen zwischen ihnen geklärt sind.

Die arktische Küste ist von Fjorden, Bergen und offenem Meer geprägt. Das Wetter beeinflusst sowohl den Flugverkehr als auch Aktivitäten im Freien. Ein Tagesplan sollte daher angepasst werden können. Das ist keine Besonderheit eines einzelnen Anbieters, sondern eine grundlegende Voraussetzung für Reisen in Grönland.

Tasiilaq und Kulusuk können beide Teil derselben Ostgrönlandreise sein, sind aber nicht austauschbar. Vor einer Buchung sollte feststehen, wo die Unterkunft liegt, wo eine Aktivität beginnt und wie der jeweilige Transfer organisiert ist. So lässt sich realistischer einschätzen, wie viel Zeit benötigt wird und ob zusätzliche Übernachtungen eingeplant werden sollten.

Anreise über Nuuk und Kulusuk

Air Greenland fliegt von Nuuk nach Kulusuk. Diese bestätigte Inlandsverbindung ist der Ausgangspunkt für eine Reiseplanung, die über Nuuk nach Ostgrönland führt. Die konkreten Flugtage und Abflugzeiten sollten für das jeweilige Reisedatum geprüft werden. Eine eingezeichnete Flugroute bedeutet nicht, dass alle Teilstrecken am selben Tag zueinander passen.

Der internationale Flughafen von Nuuk wurde am 28. November 2024 eröffnet. Zwischen Nuuk und Kopenhagen bestehen direkte Jetverbindungen: fünf Flüge pro Woche, sechs über Weihnachten und Neujahr sowie acht im Sommer. Reisende aus dem übrigen Europa müssen den Abschnitt bis Kopenhagen separat in ihre Planung einbeziehen. Danach kann die Reise über Nuuk nach Kulusuk fortgesetzt werden, sofern die einzelnen Flüge zeitlich zusammenpassen.

Wir empfehlen, zwischen den Flugabschnitten ausreichend Zeit einzuplanen. Arktisches Wetter kann den Verkehr beeinflussen, und bei einem sehr engen Reiseplan bleiben nur wenige Möglichkeiten, auf Änderungen zu reagieren. Eine zusätzliche Übernachtung unterwegs oder ein Puffertag vor dem Rückflug kann sinnvoll sein, besonders wenn mehrere Flüge und fest terminierte Aktivitäten miteinander verbunden werden.

Wenn Tasiilaq zum Reiseplan gehört, muss der Weitertransport ab Kulusuk gesondert geprüft werden. Unterkünfte und Aktivitäten in verschiedenen Teilen der Region sollten erst gebucht werden, wenn die gesamte Transportkette feststeht. Das gilt ebenso für den Rückweg nach Kulusuk und den anschließenden Flug in Richtung Nuuk.

Vor dem Abflug sollten Tickets, Gepäckbestimmungen, Check-in-Vorgaben und mögliche Flugplanänderungen direkt bei der Fluggesellschaft kontrolliert werden. Angaben zur allgemeinen Flugfrequenz helfen bei der ersten Orientierung. Für die tatsächliche Zahl der benötigten Übernachtungen sind jedoch die Verbindungen an den konkreten Reisetagen entscheidend.

Wandern, Bootstouren, Hundeschlitten und Polarlichter

Welche Aktivitäten in Ostgrönland infrage kommen, hängt von der Jahreszeit und den Bedingungen vor Ort ab. Eine einzige Liste für das ganze Jahr wäre daher wenig hilfreich. Zu den relevanten Möglichkeiten gehören Wandern, Bootstouren, Hundeschlittenfahrten und die Beobachtung von Polarlichtern, allerdings jeweils zu unterschiedlichen Zeiten.

Wandern ist vor allem in den milderen Monaten sinnvoll. Länge und Schwierigkeit einer Route sollten nicht nur anhand der Kilometerzahl beurteilt werden. Untergrund, Wetter und die Erfahrung der Teilnehmenden sind ebenso wichtig. Auch eine kurze Strecke kann feste Schuhe und zusätzliche Kleidung erfordern, wenn Wind aufkommt. Wer zum ersten Mal in der Region wandert, sollte sich vor Ort nach den aktuellen Bedingungen erkundigen. Bei einer unbekannten Route oder unsicherem Wetter ist eine geführte Tour die bessere Wahl.

Bootstouren erschließen die Küste und die Fjordlandschaft vom Wasser aus, sofern lokale Abfahrten angeboten werden und die Bedingungen eine Fahrt zulassen. Der Preis einer Tour in Ostgrönland hängt von Dauer, Bootstyp, Route und Teilnehmerzahl ab; unser Artikel über Preise in Grönland zeigt die beobachteten Preisniveaus mit Quelle und Datum.

Vor der Buchung einer Bootstour sollte geklärt werden, welche Leistungen enthalten sind, welche Kleidung empfohlen wird und ob eine Abfahrt bei schlechtem Wetter verschoben werden kann. Auf dem Wasser kann es sich deutlich kälter anfühlen als im Ort, insbesondere bei Wind. Wir nehmen deshalb gewöhnlich eine zusätzliche isolierende Schicht mit, auch wenn das Wetter beim Start ruhig erscheint.

Hundeschlittenfahrten sind in Ostgrönland gesetzlich erlaubt. Die sogenannte Hundelinie bezeichnet eine Grenze am Polarkreis innerhalb Westgrönlands. Ostgrönland ist nicht einfach ein Gebiet östlich dieser Linie, sondern bildet einen eigenen erlaubten Hundeschlittenbezirk. Rechtlich zulässig ist Hundeschlittenfahren in Westgrönland nördlich des Polarkreises sowie in Ostgrönland. In Nuuk, Qaqortoq und im gesamten Südgrönland gibt es dagegen keine Hundeschlittenfahrten.

Die allgemeine Hundeschlittensaison reicht von Januar bis April. Das bedeutet nicht, dass an jedem Tag innerhalb dieses Zeitraums gefahren werden kann. Schnee, Eis und Wetter vor Ort bleiben ausschlaggebend. Hundeschlittenfahrten sollten als Winter- und Frühlingsaktivität geplant werden, nicht als Teil einer Sommerreise.

Für eine Hundeschlittenfahrt ist besonders warme Kleidung erforderlich, weil die Teilnehmenden längere Zeit still sitzen. Das belastet den Körper anders als eine Wanderung bei derselben Temperatur. Wir empfehlen mehrere isolierende Schichten, winddichte Oberbekleidung, warme Stiefel und zusätzlichen Schutz für Hände und Gesicht. Vorab sollte außerdem erfragt werden, ob spezielle Oberbekleidung oder weitere Ausrüstung bereitgestellt wird.

Polarlichter können von September bis April sichtbar sein. Dafür werden Dunkelheit und geeignete Wetterbedingungen benötigt, weshalb kein bestimmter Abend eine Garantie bietet. Wenn das Nordlicht ein wesentlicher Grund für die Reise ist, sind mehrere Übernachtungen am selben Ort sinnvoller als ein einzelner Versuch. Ein umfangreiches Abendprogramm ist dafür nicht notwendig. Wichtiger sind ausreichend Zeit und die Möglichkeit, auf die aktuellen Bedingungen zu reagieren.

Nicht jeder Tag muss mit einem Ausflug belegt werden. Zeit im Ort kann zugleich als Reserve dienen, falls ein Flug oder eine Aktivität verschoben wird. Für Ostgrönland ist ein flexibler Ablauf meist zweckmäßiger als ein dichtes Programm mit festen Terminen vom Morgen bis zum Abend.

Die passende Reisezeit wählen

Die Wahl des Monats sollte mit der Aktivität beginnen, die für die Reise am wichtigsten ist. Hundeschlittenfahrten gehören in den Zeitraum von Januar bis April. Polarlichter sind zwischen September und April möglich. März und April erlauben es daher, beide Aktivitäten in einer Reiseplanung zu berücksichtigen. Ob sie tatsächlich stattfinden können, hängt weiterhin von den örtlichen Bedingungen während des Aufenthalts ab.

Januar und Februar sind Wintermonate mit niedrigen Temperaturen und begrenztem Tageslicht. Sie eignen sich für Reisende, die gezielt einen Winteraufenthalt planen und darauf vorbereitet sind, dass Aktivitäten im Freien mehr Kleidung und zeitliche Flexibilität erfordern. Im März und April gibt es mehr Tageslicht; zugleich liegen beide Monate noch innerhalb der allgemeinen Hundeschlittensaison.

Von Juni bis August stehen eher Wandern, Bootsfahrten und Zeit im Freien im Mittelpunkt. Der Sommer ist milder als der Winter, doch aufgrund des arktischen Klimas gehören warme und winddichte Kleidungsstücke weiterhin ins Gepäck. Für eine Ostgrönlandreise sollte man nicht wie für einen gewöhnlichen nordeuropäischen Sommer packen und davon ausgehen, dass eine einzige leichte Außenschicht jeden Tag ausreicht.

September und Oktober kommen infrage, wenn Aktivitäten im Freien mit der Möglichkeit auf Polarlichter verbunden werden sollen. Die Tage werden kürzer, und das Wetter kann sich von einem Tag zum nächsten verändern. Im weiteren Verlauf des Winters prägen Kälte und Dunkelheit den Aufenthalt stärker, während das mögliche Programm zunehmend von den Winterbedingungen abhängt.

Einen für alle Reisenden gleichermaßen richtigen Monat gibt es nicht. Für Wandern und Bootstouren empfehlen wir grundsätzlich die Sommermonate. Wer Hundeschlitten fahren möchte, sollte zwischen Januar und April reisen. Für Polarlichter muss der Aufenthalt zwischen September und April liegen, möglichst mit mehreren Nächten an einem festen Ort.

Unterkünfte in Ostgrönland

Bei der Wahl der Unterkunft sind Lage und Reiseablauf wichtiger als die reine Kategorie. Je nach Verfügbarkeit kommen Hotels, Gästehäuser oder einfachere Unterkünfte infrage. Vor einer Reservierung sollten Zimmertyp, Bad und Toilette, Verpflegung sowie die Bedingungen für Änderungen und Stornierungen geprüft werden.

Die Lage spielt besonders bei frühen Abfahrten oder Aktivitäten mit einem festgelegten Treffpunkt eine Rolle. Es sollte vorab geklärt werden, wie der Weg zwischen Unterkunft und Treffpunkt organisiert ist und ob ein notwendiger Transfer bereits enthalten ist. Wir gehen nicht davon aus, dass alle relevanten Orte innerhalb einer Region automatisch nah beieinanderliegen.

Wer sowohl Kulusuk als auch Tasiilaq besuchen möchte, sollte die Übernachtungen erst aufteilen, nachdem der Transport zwischen beiden Orten bestätigt wurde. Eine wichtige internationale Verbindung sollte nicht unmittelbar auf einen lokalen Transportabschnitt folgen, ohne dass zeitlicher Spielraum besteht. Eine zusätzliche Nacht wirkt im ersten Entwurf des Reiseplans möglicherweise entbehrlich, schafft aber Reserve für Änderungen unterwegs.

Auch die Verpflegung sollte vor der Buchung geklärt werden. Das ist besonders bei kurzen Aufenthalten wichtig, wenn eine späte Ankunft oder frühe Abreise die verfügbaren Möglichkeiten einschränkt. Wir empfehlen, konkret nachzufragen, ob Frühstück enthalten ist und ob weitere Mahlzeiten bestellt werden können. Die Antworten sollten zusammen mit der Reservierung schriftlich vorliegen.

Praktische Hinweise für die erste Reise

Kleidung sollte nach dem Schichtenprinzip gepackt werden. Eine Basisschicht, eine isolierende Mittelschicht und eine wind- sowie wasserabweisende Außenschicht erleichtern die Anpassung an wechselnde Bedingungen. Mütze, Handschuhe und feste Schuhe sind nicht nur im Winter sinnvoll. Für Reisen zwischen Januar und April müssen Stiefel und Oberbekleidung für längere Aufenthalte in der Kälte geeignet sein, nicht nur für kurze Wege zwischen Gebäuden.

Notwendige Medikamente gehören ins Handgepäck. Auch die wichtigste persönliche Ausrüstung sollte so gepackt sein, dass eine Änderung des Reiseplans nicht sofort zu einem praktischen Problem führt. Reisedokumente, Flugdaten, Unterkunftsadressen und Kontaktdaten sollten verfügbar sein, ohne ausschließlich in einer einzelnen Nachricht oder Buchungsbestätigung gespeichert zu sein.

Wer zum ersten Mal nach Ostgrönland reist, sollte mit Änderungen rechnen. Das bedeutet nicht, dass der gesamte Aufenthalt ungeplant bleiben muss. Zwischen Flügen, Ausflügen und Rückreise sollte jedoch ausreichend Luft liegen. Wir planen gewöhnlich zuerst die entscheidenden Transportabschnitte, danach die Unterkünfte und erst anschließend die Aktivitäten. So sinkt das Risiko, einen Ausflug für einen Tag zu buchen, an dem man tatsächlich noch unterwegs ist.

Bei Aktivitäten im Freien sollte die örtliche Einschätzung von Wetter und Bedingungen beachtet werden. Wird eine Tour verlegt oder abgesagt, passen die Verhältnisse in der Regel nicht zur geplanten Durchführung. Als Alternative kann ein ruhiger Tag im Ort oder eine kürzere Unternehmung vorgesehen werden, die nicht denselben Transportaufwand erfordert.

Für eine Ostgrönlandreise ist eine klare Basis, eine begrenzte Zahl fester Termine und ausreichend Spielraum für Anpassungen sinnvoll. Zuerst sollte die Entscheidung zwischen Sommeraktivitäten, Winteraktivitäten und der Nordlichtsaison fallen. Anschließend lassen sich Flüge und Übernachtungen darum anordnen. Das ergibt einen verlässlicheren Reiseplan als der Versuch, innerhalb weniger Tage möglichst viele Teile der Region miteinander zu verbinden.