Hundegespann mit Schlitten auf verschneitem Gelände in Grönland

Hundeschlittenfahrten

Hundeschlittenfahrten finden in Grönland von Januar bis April innerhalb der gesetzlich festgelegten Hundelinie statt. Wir empfehlen sie als Einblick in eine lebendige Arbeitstradition, sofern Reiseziel, Kleidung und körperliche Belastung sorgfältig geplant werden.

Buchbare Touren

Hundeschlittenfahrten in ganz Grönland

Wählen Sie Ihre Stadt und einen lokalen Anbieter. Jede Tour wird sicher über adventures.gl gebucht.

Eine Arbeitstradition, keine inszenierte Attraktion

Hundeschlittenfahren in Grönland ist keine Themenfahrt, die eigens für Besucher eingerichtet wurde. Die Schlittenhunde sind Arbeitstiere. Sie werden von grönländischen Hundeschlittenführern gehalten und geführt und gehören zu einer bis heute ausgeübten Praxis. Wer als Gast mitfährt, nimmt an etwas Bestehendem teil – nicht an einer Vorführung, die ausschließlich für den Tourismus inszeniert wird.

Das bestimmt auch den Ablauf. Die Hunde sind keine Haustiere, und gefahren wird nach den Arbeitsbedingungen des Gespanns und des Hundeschlittenführers. Der Führer trägt die Verantwortung für Hunde, Route und alle Entscheidungen unterwegs. Fahrgäste müssen seine Anweisungen befolgen und sollten nicht davon ausgehen, dass sich eine Schlittenfahrt so flexibel anpassen lässt wie eine gewöhnliche Fahrt mit einem Fahrzeug.

Auf dem Schlitten sitzt man dicht über dem Untergrund und bleibt längere Zeit im Freien. Bewegungen des Schlittens, Wind und Veränderungen der Fahrbedingungen sind unmittelbar spürbar. Gerade diese einfache Art der Fortbewegung macht die Fahrt aus. Sie stellt aber klare Anforderungen an Kleidung und körperlichen Komfort.

Erfahrung mit Hundeschlitten ist nicht erforderlich. Entscheidend ist, gut vorbereitet zu sein, Anweisungen aufmerksam zu befolgen und die Fahrt nicht mit einer standardisierten Freizeitattraktion zu verwechseln.

Die Hundelinie: Wo Hundeschlitten erlaubt sind

Für Hundeschlitten gilt in Grönland eine gesetzlich festgelegte geografische Grenze, die sogenannte Hundelinie. Hundeschlittenhaltung und Hundeschlittenfahrten sind in Westgrönland nördlich des Polarkreises sowie in Ostgrönland erlaubt.

Ilulissat und Sisimiut liegen im zulässigen Gebiet Westgrönlands nördlich des Polarkreises. In beiden Orten werden Hundeschlittenfahrten angeboten. Wer die Aktivität fest in eine Reise einplanen möchte, kann daher einen dieser Orte als Ausgangspunkt wählen.

Ebenso wichtig ist, wo Hundeschlitten nicht vorkommen: In Nuuk gibt es keine Hundeschlittenfahrten. Auch in Qaqortoq und im gesamten Süden Grönlands wird diese Tradition nicht ausgeübt. Eine Reise nach Nuuk, Qaqortoq oder an einen anderen Ort in Südgrönland lässt sich deshalb nicht einfach vor Ort um eine Hundeschlittenfahrt ergänzen.

Diese geografische Einordnung sollte vor der Buchung von Flügen und Unterkünften geklärt sein. Grönland ist groß, und Hundeschlitten sind keine landesweit verfügbare Aktivität. Wir empfehlen deshalb, zuerst ein Reiseziel innerhalb der Hundelinie auszuwählen, wenn die Schlittenfahrt ein wichtiger Teil der Reise sein soll. Erst danach sollten die weiteren Reisebausteine festgelegt werden.

Die Hundelinie erklärt zugleich, weshalb Hundeschlitten in den verschiedenen Landesteilen eine unterschiedliche Rolle spielen. Es handelt sich nicht um ein einheitliches Angebot, das überall im Land in derselben Form verfügbar ist, sondern um eine regionale Praxis mit eindeutiger gesetzlicher Begrenzung.

Saison von Januar bis April

Die Hundeschlittensaison dauert von Januar bis April. Wer hauptsächlich wegen dieser Aktivität reist, sollte den Aufenthalt innerhalb dieses Zeitraums planen. Außerhalb der Saison empfehlen wir nicht, eine Reiseroute auf die Erwartung einer Hundeschlittenfahrt aufzubauen.

Die Bedingungen bleiben während dieser vier Monate nicht gleich. Im Januar herrscht arktischer Winter, während die Tage bis April zunehmend länger werden. Temperatur, Wind, Sicht und Fahrbedingungen können sich sowohl im Verlauf der Saison als auch von einem Tag zum nächsten verändern. Die Wahl eines bestimmten Monats garantiert daher keine festgelegten Bedingungen am Fahrtag.

Zu Beginn der Saison müssen Reisende vor allem mit wenig Tageslicht und niedrigen Temperaturen rechnen. Später im Winter und in Richtung Frühjahr steht mehr Tageslicht zur Verfügung. Dann gewinnt auch der Schutz vor Sonne und Schneereflexion an Bedeutung. April gehört noch zur Hundeschlittensaison, doch daraus folgt nicht, dass jede Route an jedem Tag befahrbar ist. Entscheidend sind die jeweiligen örtlichen Verhältnisse.

Wir raten dazu, im Reiseplan etwas Spielraum zu lassen. Hundeschlittenfahrten finden im Freien statt und hängen von Bedingungen ab, die kein Veranstalter steuern kann. Vor der Buchung sollte geklärt werden, wie mit Änderungen umgegangen wird und was geschieht, wenn die geplante Fahrt angepasst werden muss. Das ist hilfreicher, als ein Datum in der Erwartung einer ganz bestimmten Temperatur oder Schneelage auszuwählen.

Was eine Hundeschlittenfahrt körperlich verlangt

Als Fahrgast sitzt man über einen längeren Zeitraum auf einem Schlitten in Bewegung. Man führt das Gespann nicht selbst, körperlich anspruchslos ist die Fahrt dennoch nicht. Der Körper gleicht fortlaufend die Bewegungen des Schlittens aus. Gleichzeitig sitzt man vergleichsweise still und muss warm bleiben. Kälte wird häufig stärker wahrgenommen, wenn man weder geht noch körperlich arbeitet.

Die Dauer ist deshalb ein wichtiges Auswahlkriterium. Eine kurze Einführung belastet den Körper anders als eine längere Fahrt, auch wenn beide mit demselben Verkehrsmittel stattfinden. Wir empfehlen, nach der voraussichtlichen Fahrzeit zu fragen und sie mit der eigenen Erfahrung bei längeren Winteraufenthalten im Freien abzugleichen. Eine realistisch gewählte Tour ist sinnvoller, als die Zeit zu überschätzen, die man bei Kälte bequem sitzend verbringen kann.

Rücken-, Gelenk- oder Kreislaufbeschwerden müssen vor der Buchung offengelegt werden. Das gilt auch, wenn unklar ist, ob längeres Sitzen auf einem bewegten Schlitten gesundheitlich vertretbar ist. Die Belastung unterscheidet sich vom Gehen, Skifahren oder Sitzen in einem Auto. Der Anbieter braucht diese Angaben, um beurteilen zu können, ob die Fahrt für den jeweiligen Gast geeignet ist.

Während der Tour muss man kurze, konkrete Anweisungen befolgen können. Der Hundeschlittenführer beurteilt die Bedingungen und führt die Hunde. Als Fahrgast sitzt man an der zugewiesenen Stelle, hält Hände und Ausrüstung sicher zusammen und meldet frühzeitig, wenn Kälte oder körperliches Unbehagen zum Problem werden. Die Aufgabe des Gastes besteht nicht darin, in die Führung des Gespanns einzugreifen.

Vollständige Packliste für die Hundeschlittenfahrt

Die Kleidung sollte aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten bestehen. So lässt sich Wärme halten, ohne sich auf ein einziges schweres Kleidungsstück zu verlassen.

Direkt auf der Haut braucht man eine feuchtigkeitsableitende Basisschicht mit langen Ärmeln und langen Beinen. Baumwolle ist dafür ungeeignet. Sie hält Feuchtigkeit fest, trocknet langsam und isoliert nicht mehr zuverlässig, sobald sie nass geworden ist. Beim längeren Sitzen in der Kälte kann das zu einem ernsthaften Problem werden.

Über die Basisschicht gehört eine isolierende Mittelschicht. Sie soll Wärme speichern, darf aber nicht so eng sitzen, dass die Kleidung zusammengedrückt wird. Abhängig von den Bedingungen können mehrere isolierende Schichten sinnvoll sein. Trotzdem muss genügend Bewegungsfreiheit erhalten bleiben. Wir empfehlen, die gesamte Kombination vor der Reise gemeinsam anzuprobieren, statt jedes Kleidungsstück nur einzeln zu beurteilen.

Die Außenschicht muss winddicht und wasserdicht sein. Auf dem Schlitten ist der Windschutz besonders wichtig, weil man exponiert sitzt und nur wenig eigene Körperwärme durch Bewegung erzeugt. Jacke und Hose sollten sich an Handgelenken, Knöcheln, Hals und Taille gut schließen lassen, ohne die Beweglichkeit einzuschränken.

Für die Hände sind warme Fäustlinge über dünnen Innenhandschuhen die zweckmäßigste Kombination. Fäustlinge halten meist mehr Wärme als gewöhnliche Fingerhandschuhe, weil die Finger beieinanderliegen. Mit den dünnen Innenhandschuhen kann man dennoch einen Reißverschluss, ein Telefon oder eine Kamerataste bedienen, ohne die Hände vollständig freizulegen. Gewöhnliche Fingerhandschuhe allein reichen für einen längeren Aufenthalt in der Kälte nicht aus.

An die Füße gehören geräumige, gut isolierte Winterstiefel. Darin muss Platz für dicke Socken bleiben, und die Zehen sollten sich noch bewegen lassen. Werden die Stiefel zusammen mit den Wintersocken zu eng, verringert sich die isolierende Wirkung. Die Füße können dadurch schneller kalt werden. Stiefel sollten daher mit genau den Socken anprobiert werden, die später auf der Fahrt getragen werden. Ein zusätzliches Paar trockene Socken gehört ebenfalls ins Gepäck.

Die Mütze muss die Ohren vollständig bedecken. Eine Kapuze ist eine sinnvolle Ergänzung, sollte aber nicht der einzige Schutz sein. Für Hals und Gesicht ist jeweils eine separate Abdeckung erforderlich, damit bei stärkerem Wind keine Haut ungeschützt bleibt. Mütze, Halswärmer und Gesichtsschutz müssen zusammenpassen, ohne offene Stellen zwischen den einzelnen Schichten zu hinterlassen.

Auch die Augen brauchen Schutz vor Wind, Sonne und der Reflexion auf dem Schnee. Die gewählte Brille muss sicher sitzen und mit Mütze sowie Gesichtsschutz gemeinsam getragen werden können. Später in der Saison ist dies wegen des zunehmenden Tageslichts besonders relevant. Wind und Schneeblendung können jedoch während des gesamten Zeitraums von Januar bis April eine Rolle spielen.

Hand- und Zehenwärmer sind eine sinnvolle zusätzliche Reserve. Sie ersetzen weder gute Fäustlinge noch isolierte Stiefel und geeignete Kleidungsschichten. Sie sollten so verstaut werden, dass sie erreichbar sind, bevor Hände oder Füße bereits stark ausgekühlt sind. Die Gebrauchsanweisung liest man am besten vor der Reise. Die mitgeführte Menge sollte zur vorgesehenen Dauer der Tour passen.

Telefon- und Kamerabatterien entladen sich in der Kälte schnell. Geräte, Ersatzakkus und mobile Stromquellen sollten deshalb körpernah und warm in einer Innentasche aufbewahrt werden. Wir nehmen sie nur zum Gebrauch heraus und legen sie nicht über längere Zeit in eine Außentasche oder eine offene Tasche auf dem Schlitten.

Kleine Ausrüstungsgegenstände sollten feste, gut erreichbare Plätze haben. Lose Gegenstände sind auf einem bewegten Schlitten unpraktisch. Kamera, Telefon, Augenschutz, Handwärmer und zusätzlicher Gesichtsschutz müssen erreichbar sein, ohne dass dafür die äußeren Kleidungsschichten ausgezogen oder Taschen lange durchsucht werden müssen.

Vor der Abreise ist außerdem genau zu klären, welche Ausrüstung im gebuchten Angebot enthalten ist. Manche Touren können einzelne Teile der äußeren Kleidung oder Stiefel bereitstellen, während bei anderen alles selbst mitgebracht werden muss. Eine allgemeine Angabe wie „warme Kleidung inbegriffen“ ist dafür nicht präzise genug. Wir fragen ausdrücklich nach Jacke, Hose, Stiefeln, Fäustlingen und weiterem Kälteschutz. Ebenso muss klar sein, welche Kleidung unter der ausgegebenen Ausrüstung getragen werden soll.

Eine passende Tour auswählen und buchen

Am Anfang steht die Wahl des Reiseziels. Ilulissat und Sisimiut liegen beide innerhalb der Hundelinie in Westgrönland nördlich des Polarkreises und bieten Hundeschlittenfahrten an. Nuuk, Qaqortoq und der übrige Süden Grönlands sind dagegen keine Alternativen für diese Aktivität, weil dort keine Hundeschlittenfahrten stattfinden.

Danach wird der Zeitraum festgelegt. Die Reise muss zwischen Januar und April stattfinden. Zugleich sollte die Planung berücksichtigen, dass Wetter und Fahrbedingungen Änderungen erforderlich machen können.

Vor der Buchung klären wir die erwartete Dauer, die körperliche Belastung, die Anforderungen an die Kleidung und die genaue Aufteilung der Ausrüstung: Was stellt die Tour bereit, und was muss der Gast selbst mitbringen? Auch der Umgang mit möglichen Änderungen am geplanten Fahrtag gehört zu diesen Fragen.

Rücken-, Gelenk- und Kreislaufprobleme sollten schon bei der Anfrage genannt werden. Gleiches gilt für eingeschränkte Beweglichkeit oder frühere Schwierigkeiten, Hände und Füße bei Kälte warm zu halten. Diese Informationen ermöglichen eine sachgerechtere Einschätzung, als Beschwerden erst unmittelbar vor der Abfahrt anzusprechen.

Schließlich sollte die Buchung zur tatsächlichen Art der Aktivität passen. Man besucht eine lebendige Arbeitstradition und fährt mit einem grönländischen Hundeschlittenführer und einem arbeitenden Hundegespann. Es handelt sich nicht um eine Fahrt mit festem Drehbuch. Die örtlichen Bedingungen, die Hunde und die Entscheidungen des Führers geben den Rahmen vor.